WINDROSE

Wind·ro·se
[ˈvɪntʁoːzə]
Substantiv, feminin [die]
Die Einteilung des Horizontkreises in Himmelsrichtungen, nach denen die Winde bezeichnet werden.
Meistens unterteilt man die Zwischenräume zwischen den vier Hauptrichtungen Nord, Ost, Süd und West noch dreimal in jeweils gleich große Teile, so dass man 32 Windrichtungen unterscheiden kann.
Ursprünglich wurde die Windrose für meteorologische Zwecke konzipiert und hatte für den Einsatz bei der Navigation nur eine vorläufige Bedeutung, denn nur eine kurze Zeit wurde keine Unterscheidung zwischen Wegpunkten und Winden gemacht. Schließlich wurde die klassische Windrose mit zwölf Winden von der modernen Kompassrose (mit einer Teilung in 8, 16 oder 32 Segmente) verdrängt, die von Seeleuten und Kartografen seit dem Mittelalter ständig weiterentwickelt wird.
In der langen Entwicklung der Windrose spielen die Namen der Winde die entscheidende Rolle. Griechen und Römer orientierten sich bei der Einteilung am Namen der Winde, um die geografische Richtung zu bezeichnen. Alte Windrosen hatten in der Regel eine Teilung in zwölf Windrichtungen, die manchmal auf acht reduziert, aber auch auf bis zu vierundzwanzig erweitert sein konnte.
Es ist nicht gesichert, wann oder warum die geografische Orientierung mit Wind und dessen Richtung in Verbindung gebracht wurde.
Die Assoziation von Himmelsrichtung mit dem Wind war eine weitere Quelle. Es waren wohl die Landwirtschaft treibenden Völker, die Regen und Temperatur für ihre Ernten aufmerksam beobachteten und als Erste die qualitativen Unterschiede in den Winden bemerkten – einige waren feucht, andere trocken, einige heiß, andere kalt. Und sie erkannten, dass diese Verschiedenheit davon abhängt, woher der Wind weht.
Lokale Richtungsnamen wurden verwendet, um sich auf die Winde zu beziehen, und schließlich wurden den Winden selbst Eigennamen gegeben, unabhängig von der Position eines Beobachters. Dies wurde wahrscheinlich durch Seeleute vorangetrieben, die trotz fehlender Landmarken auf dem Meer einen bestimmten Wind anhand seiner Eigenschaften unter seinem vertrauten Namen wiedererkannten.
Ein letzter Schritt war es, die Eigennamen der Winde zu verwenden, welche die allgemeingültigen Namen der Himmelsrichtungen auf der Kompassrose bezeichnen.
