PALSTEK

Palstek

Pal•stek

[ˈpaːlsteːk]

Substantiv, maskulin [der]

Ein Knoten, der zum Knüpfen einer festen Schlaufe angewandt wird.
Er ist der in der Seefahrt am häufigsten verwendete Knoten und wird auch im Rettungswesen vielfach verwendet.

Der Palstek (in der Seefahrt), auch Bulin (von engl.: bowline, bei den Bergsteigern), ist einer der bekanntesten Knoten.

Bei den Pfadfindern heißt er Schertauknoten oder Rettungsschlinge. Bei der deutschen Feuerwehr ist er unter dem Namen Feuerwehrrettungsknoten, Brustbund und Pfahlstich bekannt. Beim deutschen THW heißt er einfacher Ankerstich.

Der Name Palstek ist plattdeutsch für Pfahlstich [aus niederd. Pa(h)l, mniederd. pāl = Pfahl]. Gemeint ist damit eine Festmacherleine, die ein Schiff mit einem Pfahl oder Dalben verbindet.

Der Palstek wurde in einem Gedicht als König der Knoten bezeichnet. Allerdings erhob der Autor ihn in diesen Stand nicht wegen seiner Eigenschaften, sondern eher aufgrund der Beobachtung, dass Seeleute ihn so oft verwenden.

Der Palstek ist einfach zu knüpfen, hält gut und ist auch nach langer und wechselnder Belastung meist gut zu lösen. Bei Ringbelastung kann er sich allerdings ungewollt lösen.

In der Seefahrt wird der Palstek als Festmacher verwendet. Dazu wird die Festmacherleine als feste Schlaufe über den Poller gelegt oder an einem festen Punkt an Land festgebunden.

Bei dicken Trossen wird bereits auf dem Schiff eine große Schlaufe gesteckt und diese mit einer Wurfleine verbunden, an deren Ende eine Affenfaust oder ein kleiner mit Sand gefüllter Lederball als Wurfgewicht dient. Die Leine wird dann einem an der Pier stehenden Seemann zugeworfen, der damit die dicke Trosse zu sich herüberzieht und das vorbereitete Auge über den Poller stülpt.

Beim Segeln wird die Schot mit einem Palstek an das Schothorn des Segels gebunden, oder das Fall an den Schäkel am Segelkopf. Ob der innen- oder außenliegende Palstek besser geeignet sei, wird widersprüchlich diskutiert. Beide Formen haben Nachteile.

Beim Palstek mit außenliegendem Ende liegt das Ende außerhalb des Auges.
Er eignet sich besonders, wenn die Leine wechselnden Belastungen unterliegt, z.B. Festmacherleine an Pfahl bei Seegang oder am Segel.
Eine innenliegende lose Part kann durch die Bewegung mit der Zeit herausgedrückt und der Knoten damit geöffnet werden.