MJÖLNIR

Seemeile

Mjöl•nir

[?]

Substantiv, maskulin [der]

(isländisch; aus altnordisch Mjǫllnir, Bedeutung umstritten, womöglich „Malmer“, „Blitz“ oder „glänzende Blitzwaffe“) heißt in der germanischen Mythologie ein Kriegshammer, die magische Waffe des Gottes Thor, mit der dieser die Feinde der Götter, vor allem die Thursen (Riesen) und die Midgardschlange, bekämpfte.

Snorri Sturluson berichtet in seiner Snorra-Edda (in den Skáldskaparmál) von der Erschaffung des Hammers. Mjölnir wurde von den beiden Zwergen Sindri und Brokk geschmiedet und besitzt die Eigenschaft, dass er, wenn er geworfen wird, nie sein Ziel verfehlt und wieder in die Hand des Werfers zurückkehrt (Vgl. Gungnir). Eigentlich war Mjölnir als eine Art Vorschlaghammer mit langem Griff geplant. Loki jedoch verwettete bei Brokk seinen Kopf darauf, dass den Göttern seine Gaben nicht gefallen würden. Aus Angst, seinen Kopf zu verlieren, stach er ihm als Mücke getarnt in ein Augenlid, um ihn von seiner Arbeit am Blasebalg abzulenken und so die Schmiedearbeit zu vereiteln. Dadurch wurde der Griff stark verkürzt. Trotzdem war der Hammer das beste Kleinod. Und Loki, welcher sich von seiner Strafe herausreden konnte, wurde der Mund zugenäht.

Heutzutage werden solche Hammer-Amulette in verschiedensten Formen als originalgetreue Replik historischen Vorbildern nachempfunden oder als fantasievolle Neuschöpfung angeboten. Zahlreiche Menschen, insbesondere in Skandinavien und Norddeutschland, tragen Thorshämmer als reinen Schmuck ohne religiösen oder ideologischen Symbolgehalt, abgesehen von einer Verbundenheit mit nordischer bzw. skandinavischer Kultur und Geschichte und Interesse an der Wikingerzeit.